Für mehr Insekten reicht ein Blühstreifen allein nicht
Pressemeldung von: Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) - 23.06.2026 16:42 Uhr
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Warum ausgerechnet Körnererbsen und Ackerbohnen Hoffnung machen
Berlin, 23. Juni 2026 – Ackerbohnen stehen derzeit vielerorts in voller Blüte. Für Hummeln und Wildbienen ist das ein Glücksfall. Zusammen mit Körnererbsen und Süßlupinen sorgen sie dafür, dass Insekten über einen längeren Zeitraum Nahrung finden. Weil die Kulturen zudem unterschiedliche Ansprüche an Boden und Klima stellen, entstehen solche Nahrungsangebote in vielen Regionen Europas. Doch die Bedeutung von Körnerleguminosen für die Artenvielfalt endet nicht mit ihrer Blüte.
„Blühende Ackerbohnen sind nur der sichtbarste Teil ihrer Leistung“, sagt Stephan Arens, Geschäftsführer der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) und Agraringenieur. „Körnerleguminosen fördern die Vielfalt in der Agrarlandschaft, stärken die Bodenfruchtbarkeit und liefern pflanzliches Eiweiß aus europäischem Anbau. Genau diese Mehrfachleistung macht sie so wertvoll.“
Körnererbsen haben vielerorts bereits früher im Jahr geblüht, Süßlupinen folgen in vielen Regionen wenig später. Durch diese unterschiedlichen Blühzeitpunkte steht Insekten über Wochen hinweg Nahrung zur Verfügung. Besonders Ackerbohnen gelten als attraktive Nahrungsquelle für Hummeln und andere Bestäuber, denn sie können bis zu vier Wochen blühen.
Hinzu kommt, dass die Kulturen unterschiedliche Ansprüche an ihre Standorte stellen. Während Ackerbohnen vor allem auf schwereren und gut mit Wasser versorgten Böden gedeihen, kommen Süßlupinen auch mit leichteren Standorten zurecht. Körnererbsen ergänzen das Spektrum. Dadurch können Körnerleguminosen in unterschiedlichen Regionen Europas angebaut werden und dort einen Beitrag zu vielfältigen Agrarlandschaften leisten.
Ihr Beitrag zur Artenvielfalt geht jedoch weit über Nektar und Pollen hinaus. Fachleute sehen in vielfältigen Fruchtfolgen einen wichtigen Baustein für lebendige Agrarökosysteme. Körnererbsen, Ackerbohnen, Sojabohnen und Süßlupinen erweitern das Spektrum der angebauten Kulturen und schaffen damit günstigere Bedingungen
für zahlreiche Organismen auf und im Boden.
Besonders wertvoll sind Körnerleguminosen auch für die Bodenfruchtbarkeit. Sie gehen eine natürliche Partnerschaft mit Knöllchenbakterien ein, die Stickstoff aus der Luft binden können. Dadurch benötigen sie keinen mineralischen Stickstoffdünger. Gleichzeitig hinterlassen sie günstige Voraussetzungen für nachfolgende Kulturen und fördern ein aktives Bodenleben.
Ihre Bedeutung wächst auch mit Blick auf die Ernährungssicherheit in Europa. Angesichts geopolitischer Unsicherheiten, zunehmender Wetterextreme und des wachsenden Bedarfs an nachhaltigen Proteinquellen gewinnen europäische Eiweißpflanzen an Bedeutung. Körnererbsen, Ackerbohnen, Sojabohnen und Süßlupinen liefern pflanzliches Eiweiß für Lebensmittel und Futtermittel und können dazu beitragen, die Versorgung stärker auf europäische Quellen zu stützen.
„Europäische Proteinpflanzen verbinden ökologische und agronomische Vorteile mit einer sicheren Versorgung mit pflanzlichem Eiweiß“, sagt Arens. „Genau deshalb spielen Körnerleguminosen eine wichtige Rolle für die Landwirtschaft der Zukunft.“
Auf den ersten Blick sind blühende Ackerbohnenfelder vor allem ein schöner Anblick. Tatsächlich stehen sie für weit mehr. Sie zeigen, wie Artenvielfalt, fruchtbare Böden und die Versorgung mit pflanzlichem Eiweiß zusammenhängen können.
Wer häufiger zu Lebensmitteln aus europäischen Körnerleguminosen greift, unterstützt eine Landwirtschaft, die Artenvielfalt fördert, Böden stärkt und die Versorgung mit pflanzlichem Eiweiß aus Europa sichert.
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"DIE VIER VON HIER! Körnerleguminosen aus Europa für eine nachhaltige Ernährung" ist eine Absatzförderkampagne, die von der Europäischen Union finanziert wird, mit den Zielen, Wissen über europäische Körnerleguminosen zu vermitteln, deren Image zu verbessern und damit Verhaltensänderungen bei den Konsumentinnen und Konsumenten hin zu einer ausgewogenen und nachhaltigen Ernährung anzustoßen. Diese Kampagne wird von der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. von Februar 2024 bis Januar 2027 in Deutschland und Österreich durchgeführt.
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Die Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen e. V. (UFOP) vertritt die politischen Interessen der an der Produktion, Verarbeitung und Vermarktung heimischer Öl- und Eiweißpflanzen beteiligtenUnternehmen, Verbände und Institutionen in nationalen und internationalen Gremien. Die UFOP fördertUntersuchungen zur Optimierung der landwirtschaftlichen Produktion und zur Entwicklung neuerVerwertungsmöglichkeiten in den Bereichen Food, Non-Food und Feed. Die Öffentlichkeitsarbeit derUFOP dient der Förderung des Absatzes der Endprodukte heimischer Öl- und Eiweißpflanzen.
Aktuelle Ernährungsempfehlungen zu Körnerleguminosen (Hülsenfrüchte):
Deutschland: https://www.dge.de/gesunde-ernaehrung/gut-essen-und-trinken/dge-ernaehrungskreis/
Österreich: https://www.oege.at/wissenschaft/10-ernaehrungsregeln-der-oege/
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