Dating-Experte Mateo Diem erklärt, warum weniger Swipen für Männer nicht das Ende des modernen Datings bedeutet, sondern die Chance, wieder echte soziale Stärke zu entwickeln.
Dating-Apps haben das Kennenlernen in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Ein paar gute Fotos, ein clever formulierter Profiltext, Likes, Matches und anschließend einige Nachrichten auf WhatsApp – für viele Singles wurde Dating zu einem Prozess, der größtenteils über das Smartphone stattfindet. Doch die Begeisterung für das endlose Swipen lässt nach. Immer mehr Singles sehnen sich nach Begegnungen, die nicht mit einem Algorithmus beginnen.
Für Männer könnte genau das zur Herausforderung werden. Denn wer eine Frau im echten Leben kennenlernen möchte, braucht Fähigkeiten, die kein Profilbild ersetzen kann. „Online kann ich eine Nachricht zehnmal umformulieren, bevor ich sie abschicke. Im echten Leben muss ich reagieren, zuhören, Blickkontakt halten und mit Unsicherheit umgehen können“, sagt Datingexperte Mateo Diem. „Genau diese Fähigkeiten sind bei vielen Männern in den vergangenen Jahren zu wenig trainiert worden."
Ein Match ist noch keine Verbindung
Dating-Apps haben eine paradoxe Situation geschaffen: Noch nie war es theoretisch so einfach, mit potenziellen Partnerinnen in Kontakt zu kommen. Gleichzeitig fällt es vielen Menschen immer schwerer, tatsächlich Verbindung aufzubauen. Ein Match vermittelt zunächst Sicherheit. Beide Seiten haben bereits signalisiert, dass grundsätzlich Interesse besteht. Wer dagegen eine Frau im Café, beim Sport, auf einer Veranstaltung oder im Alltag anspricht, kennt ihre Reaktion nicht.
„Genau darin steckt die eigentliche Herausforderung“, erklärt Diem. „Ein Mann muss bereit sein, Interesse zu zeigen, ohne vorher die Garantie zu bekommen, dass dieses Interesse erwidert wird.“ Ablehnung gehört damit wieder stärker zum Dating dazu. Für Diem ist das jedoch nichts Negatives. Im Gegenteil: Wer lernt, ein Nein nicht als persönliche Niederlage zu interpretieren, gewinnt soziale Sicherheit.
Männer müssen wieder lernen, präsent zu sein
Dabei geht es nicht darum, Frauen mit möglichst ausgeklügelten Anmachsprüchen anzusprechen. Diem hält wenig von Dating-Tricks oder einstudierten Strategien. Entscheidend seien vielmehr Präsenz, Wahrnehmung und authentische Kommunikation. Kann ein Mann ein Gespräch beginnen, ohne sofort beeindrucken zu wollen? Kann er echtes Interesse zeigen? Merkt er, ob sein Gegenüber offen für ein Gespräch ist? Und kann er souverän damit umgehen, wenn daraus nichts entsteht?
„Attraktivität entsteht nicht dadurch, dass ein Mann eine perfekte Rolle spielt“, sagt Diem. „Sie entsteht sehr häufig dadurch, dass jemand mit sich selbst sicher genug ist, um neugierig auf einen anderen Menschen sein zu können.“ Genau hier sieht der Experte auch einen Zusammenhang mit moderner Männlichkeit. Selbstbewusstsein bedeute nicht, dominant aufzutreten oder jede Frau für sich gewinnen zu können. Es bedeute vielmehr, Verantwortung für die eigene Wirkung zu übernehmen und trotzdem authentisch zu bleiben.
Die Krise der Dating-Apps ist eine Chance
Für Männer, die sich bislang stark auf Apps verlassen haben, könnte der Wandel zunächst unbequem sein. Gleichzeitig eröffnet er neue Möglichkeiten. Denn im realen Leben entscheiden nicht ausschließlich Fotos, Körpergröße, Beruf oder ein möglichst origineller Profiltext darüber, ob Interesse entsteht.
Humor, Ausstrahlung, Stimme, Aufmerksamkeit, Körpersprache und die Fähigkeit, eine angenehme Gesprächsatmosphäre zu schaffen, bekommen wieder mehr Bedeutung. „Ein Mann kann auf einer Dating-App innerhalb weniger Sekunden aussortiert werden, obwohl er im persönlichen Kontakt ausgesprochen sympathisch und attraktiv wirken würde“, erklärt Diem. „Das reale Leben gibt uns viel mehr Möglichkeiten, einen Menschen als Ganzes wahrzunehmen.“
Datingkompetenz statt Dating-Tricks
Seit 2010 begleitet Mateo Diem Männer dabei, selbstbewusster zu kommunizieren, Frauen kennenzulernen und tragfähige Beziehungen aufzubauen. Rund 3.000 Klienten hat er nach eigenen Angaben bislang begleitet. Mit seiner Marke FlirtForschung verfolgt er einen Ansatz, der bewusst über kurzfristige Dating-Techniken hinausgeht. Denn unabhängig davon, ob Menschen sich online oder offline kennenlernen, bleibt aus seiner Sicht eine Fähigkeit entscheidend: eine wirkliche Verbindung zu einem anderen Menschen herstellen zu können. „Vielleicht brauchen wir gar nicht die nächste bessere Dating-App“, sagt Diem. „Vielleicht müssen wir wieder lernen, uns anzusehen, miteinander zu sprechen und den Mut aufzubringen, echtes Interesse zu zeigen.“
Diem International Group Ltd.
Mateo Diem zählt zu den führenden Experten für modernes Dating und zeitgemäße Männlichkeit im deutschsprachigen Raum. Seit 2010 begleitet er Männer auf dem Weg zu mehr Selbstbewusstsein, erfolgreicher Kommunikation und einem erfüllten Liebesleben. In dieser Zeit hat er mit rund 3.000 Klienten gearbeitet. Als Gründer der Marke FlirtForschung steht er für einen wissenschaftlich fundierten und zugleich praxisnahen Ansatz, der authentische Kommunikation, emotionale Stärke und nachhaltige Persönlichkeitsentwicklung in den Mittelpunkt stellt, statt kurzfristiger Dating-Tricks. Mit knapp 140.000 Abonnenten auf YouTube, einem erfolgreichen Podcast, diversen Publikationen sowie der Auszeichnung als einer der Top 100 Berater & Experten 2026 des Erfolg Magazins ist Mateo Diem eine gefragte Stimme rund um die Themen Dating, Beziehungen und gesellschaftliche Rollenbilder.
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