Der LinkedIndex'26 zeigt viel Bewegung an der Spitze: Erfolgreiche Vorstandschefs führen ihre Unternehmen mit Kommunikation durch den Wandel.
In Zeiten von Krisen und Unsicherheit demonstriert Executive Communications auf LinkedIn ihren hohen Stellenwert: Vorstandsvorsitzende wollen den Wandel heute nicht mehr nur strategisch steuern, sondern auch öffentlich moderieren. Gefragt sind CEOs, die Orientierung geben, Spannungen einordnen und Vertrauen schaffen, indem sie Transformation empathisch, glaubwürdig und nachvollziehbar erzählen.
- Roland Busch von Siemens steigt von Platz 17 auf Rang 1 und setzt damit die neue Benchmark der deutschen CEO-Kommunikation auf
LinkedIn.
- Führungskommunikation professionalisiert sich weiter: Reichweite, Publikumsresonanz und Dialogaktivität von CEOs legen erneut
deutlich zu.
- Erfolg entsteht vor allem durch Relevanz, den passenden Tonfall und eine präzise Positionierung zwischen Vision, Wandel,
Teamplay und gesellschaftlicher Verantwortung.
Der LinkedIndex der Agentur palmerhargreaves analysiert seit sechs Jahren das LinkedIn-Verhalten von CEOs deutscher Unternehmen aus DAX, MDAX und TecDAX, die im HDAX zusammengefasst werden. Für die aktuelle Ausgabe hat palmerhargreaves die LinkedIn-Profile und Aktivitäten von 84 CEOs untersucht. Die Analyse basiert auf 2.857 veröffentlichten Beiträgen des Jahres 2025, 44.142 Interaktionen und rund 2.5 Millionen Publikumsreaktionen.
Busch, Krebber, Knobel: Drei Profile, ein neuer Benchmark
Mit einem deutlich professionalisierten Auftritt setzt sich Siemens-CEO Roland Busch in diesem Jahr an die Spitze des Rankings. Der Aufstieg von Platz 17 auf Rang 1 markiert die derzeitige Benchmark der deutschen CEO-Kommunikation auf LinkedIn. Busch verbindet technologische Zukunftsbilder, hohe Frequenz, starke Publikumsresonanz und eine plattformnahe Erzählweise zu einem Gesamtauftritt, der Vision und Zugänglichkeit überzeugend zusammenführt. Auf Platz zwei folgt Markus Krebber. Der RWE-CEO bleibt eine der prägnantesten Stimmen des Samples und positioniert sich weiterhin als pragmatischer Gestalter der Energiewende. Carsten Knobel steigt auf Rang drei und verdichtet seine Henkel-Erzählung noch stärker zu einem visionären Zukunftsbild, das Herkunft, Unternehmenskultur und Erneuerung miteinander verbindet.
Neue Dynamik in der Top Ten
Busch ist nicht das einzige neue Gesicht in der Top 10. Leo Birnbaum von E.ON und Vincent Warnery von Beiersdorf rücken deutlich nach vorn, Bernd Montag von Siemens Healthineers kehrt in die Top 10 zurück. Birnbaum steigert seine Interaktionen um fast ein Drittel und wächst zugleich deutlich bei den Followern. Warnery profitiert von einer ausbalancierten Interaktionsstrategie zwischen Community Management und Diskurs. Bernd Montag legt sowohl bei der Audience Activity als auch bei der Interaktion im Netzwerk klar zu. Die Top 10 von 2025 komplettieren Tim Höttges (Telekom), Dominik von Achten (Heidelberg Materials), Christian Klein (SAP) und Michael Sen (Fresenius).
LinkedIn wird zum strategischen Führungsraum
Insgesamt bestätigt der LinkedIndex"26 einen klaren Trend: LinkedIn bleibt eines der wichtigsten Medien für Vorstandskommunikation und wächst weiter deutlich. Alle relevanten Faktoren zeigen einen Aufwärtstrend, der sich gegenüber dem Vorjahr sogar noch verstärkt. Neben einer steiler werdenden Wachstumskurve bei den Followern ist vor allem der Anstieg der Audience Activity markant. Unterm Strich kommunizieren CEOs mit einem größeren Publikum, pflegen ihre Community systematischer und treten häufiger in den Dialog mit ihren Stakeholdern.
Auch das Verhältnis innerhalb des Samples verschiebt sich: Die Top 10 repräsentieren wieder einen wachsenden Anteil der gesamten Reichweite und Resonanz. Zugleich steigt die Zahl der Beiträge, während die Eigeninteraktionen in absoluten Zahlen stabil bleiben. Das spricht für eine breite Professionalisierung der CEO-Kommunikation: Mehr Profile nutzen die Plattform strategisch, regelmäßiger und inhaltlich differenzierter.
"CEO-Kommunikation auf LinkedIn ist in diesen krisenhaften Zeiten weit mehr als Imagepflege. Sie wird zum Instrument strategischer Führung: Wer in Unsicherheit Orientierung geben, Vertrauen schaffen und Transformation legitimieren will, muss als Person klar erkennbar sein."
Dr. Iris Heilmann, Geschäftsführende Gesellschafterin
Moderierte Transformation statt beruflicher Biographie
Die qualitative Analyse der Top 10 zeigt einen auffälligen gemeinsamen Stil: Erfolgreiche CEOs erzählen auf LinkedIn keine berufliche Lebensgeschichte, sondern moderieren fast immer eine institutionelle Transformation. Im Zentrum stehen Zukunftsorientierung, Teambezug, gesellschaftliche Relevanz und die sichtbare Begleitung von Wandel. Der CEO erscheint dabei nicht als Held seiner Berufsbiografie, sondern als Sprecher, Übersetzer und Moderator organisatorischer Veränderung. Um diese Facetten sichtbar zu machen, wurde die Führungsrolle in der Studie entlang von acht Leadership-Bereichen analysiert: Vision, Strategie, Teamplay, Führung, Bewahrung, Wandel, Management und Gesellschaft. Die Profile setzen dabei unterschiedliche Schwerpunkte. Roland Busch dominiert vor allem bei Vision, Markus Krebber legt einen Schwerpunkt auf strategische Aspekte. Carsten Knobel wiederum ergänzt seine visionären Leitbilder mit einer Betonung von Teamgeist.
"Die erfolgreichsten CEOs auf LinkedIn sind keine Corporate Influencer, sie machen sich nicht selbst zum Thema. Sie sprechen vor allem über den Wandel, den sie moderieren. Sie erklären, ordnen ein, zeigen die Richtung - und verbinden ihre Rolle mit den Erwartungen von Mitarbeitenden, Kunden und Investoren."
Daniel Jungblut, Director Executive Communications und Leiter der Studienreihe
Relevanz schlägt Formatlogik
Die erfolgreichsten Beiträge des Untersuchungsjahres unterstreichen diese Entwicklung. Reichweite entsteht nicht durch algorithmische Tricks oder
besonders verspielte Formate, sondern durch Relevanz und Angemessenheit. Die drei erfolgreichsten Beiträge behandeln anspruchsvolle Themen entsprechend souverän: den Tod eines Siemens-Managers, den Vertrauensverlust bei enttäuschten Kunden und den Arbeitsalltag eines CEOs. Entscheidend ist jeweils der richtige Tonfall. Das bedeutet zugleich: Selbst sensible oder komplexe Inhalte können auf LinkedIn hohe Resonanz erzielen, wenn sie die Interessen des Publikums treffen und glaubwürdig formuliert sind.
Methodisch geschärft: Der LinkedIndex misst strategischer
Der LinkedIndex"26 wurde methodisch weiterentwickelt, um veränderte Plattformlogiken präziser abzubilden. Die bisherige Engagement Rate wurde aus dem Modell entfernt, weil sie unter den aktuellen algorithmischen Bedingungen bestimmte Profile systematisch benachteiligen kann. Das betrifft vor allem prominente CEOs mit hoher Follower-Zahl, da mit wachsender Reichweite die Wahrscheinlichkeit sinkt, proportional hohe Interaktionsquoten zu erzielen - unabhängig von Qualität, Relevanz oder strategischer Passung der Inhalte. Stattdessen misst die Studie nun diese fünf Faktoren:
1. Followerwachstum. Wessen Publikum hatte den prozentual höchsten Zuwachs pro Woche?
2. Beitragsfrequenz. Wer hat die meisten Beiträge veröffentlicht - im Durchschnitt pro Woche?
3. Audience Activity. Wer erhält durch Reposts, Reaktionen und Kommentare die meisten Reaktionen?
4. Community Management. Wer hat sich durch eigene Reaktionen oder Kommentare am häufigsten an der Diskussion unter den eigenen Beiträgen beteiligt?
5. Diskurs. Wer hat durch eigene Reaktionen oder Kommentare am häufigsten mit fremdem Content interagiert?
Neu ist dieses Mal die Trennung von eigenen Interaktionen unter eigenen Beiträgen (Community Management) und eigenen Interaktionen mit fremdem Content (Diskurs). So wird sichtbar, ob CEOs ihre Kommunikation primär zur Community-Bindung im eigenen Raum nutzen oder zur strategischen Vernetzung. Auch Followerwachstum und Beitragsfrequenz werden nun im Wochendurchschnitt gemessen, um kommunikatives
Momentum und operative Regelmäßigkeit besser vergleichbar zu machen.
Die komplette Studie mit Ranking, Insights und CEO-Steckbriefen steht unter www.linkedindex.de zur Verfügung.
palmerhargreaves ist die Agentur für komplexe Themen und Transformationsaufgaben. Das inhabergeführte Unternehmen setzt auf die Kraft von Kreativität, Beziehungen und Technologie, um für Marken und Menschen Resonanz zu erzeugen. Wie keine andere Agentur nutzt palmerhargreaves schon heute alle Möglichkeiten der generativen KI, um die Kommunikation ihrer Kunden noch effizienter und effektiver zu machen. Die Agentur beschäftigt in Deutschland 120 Mitarbeitende aus zehn Nationen.