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Vasektomie und Prostatakrebs

Pressemeldung von: Dr. med. Volker Brenneke - 26.04.2016 16:47 Uhr
Den verantwortlichen Pressekontakt, für den Inhalt der Pressemeldung, finden Sie unter der Pressemeldung bei Pressekontakt.

Bei der Vasektomie werden die Samenleiter durchtrennt. Für die behandelten Männer ergeben sich daraus keine Änderungen am Samenerguss. In den Medien verbreitete Meldungen sorgen jedoch für Verunsicherung unter Männern, die sich mit dem Gedanken tragen, eine solche Vasektomie durchführen zu lassen.

Denn epidemiologische Studien haben in der Vergangenheit des öfteren eine Verbindung von Vasektomie und der Zunahme des Risikos für Prostatakrebs ermittelt. So haben Wissenschaftler der Universität Iowa in einer Meta-Analyse die Daten von 22 Studien ausgewertet (Jahr 2002). Dabei sahen sie eine Zunahme des Risikos um 7 Prozent zehn Jahre nach der Vasektomie und um 23 Prozent 30 Jahre nach dem Eingriff. Auch Forscher der Harvard School of Public Health haben in einer im vergangenen Jahr veröffentlichen Studie einen Anstieg von 10 Prozent ermittelt. Doch diese Erkenntnisse aus diesen Studien bleiben umstritten, denn es erkranken statistisch gesehen genauso viele Männer an Prostatakrebs ohne vorherige Vasektomie wie mit vorheriger Vasektomie.

Recht neu ist jedoch ein möglicher Zusammenhang zwischen Vasektomie und der Aggressivität des Prostatakarzinoms (bösartiger Tumor). Dieser kommt ebenfalls von der Harvard School of Public Health. Es gab keine gesteigerte Häufigkeit an einem weniger aggressiven Prostatakrebs (Low-Grade-Tumor) zu erkranken. Allerdings sei das Risiko für eine aggressivere Form (High-Grade-Tumor) um 22 Prozent höher.

Studien mit großen Fallzahlen: Kein Zusammenhang
Sehr groß angelegte Studien kommen nun jedoch zu dem Schluss, dass der oben erwähnte Zusammenhang nicht existent ist. Denn die chinesischen Wissenschaftler Liu und Shang gelangen in ihren Meta-Analysen zu der Überzeugung, dass nach einer Sterilisation kein erhöhtes Risiko zur Prostatakarzinominduktion vorliegt. Liu hat hierbei über eine Million Männer darunter 7.539 Prostatakrebserkrankte untersucht. Bei Shang waren es über 420.000 Männer.

"Einen gänzlichen Risikoausschluss gibt es in der Medizin nie, aber die Studien mit diesen hohen Fallzahlen geben große Sicherheit. Kein Mann, der sich für eine Sterilisation entscheidet, braucht Angst davor zu haben, dass dadurch sein Risiko für eine spätere Erkrankung an Prostatakrebs steigt", beruhigt Dr. Volker Brenneke, Urologe im Prenzlauer Berg in Berlin.

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